Die nächsten Arbeitsphasen

#141 Ostern 2020

Programm

Bohuslav Martinů Památník Lidicím H 296 / Gedenkstück für Lidice
Richard Strauss Oboenkonzert D-Dur TrV 292
Antonín Dvořák Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Dirigent Uwe Sandner
Solist Kai Frömbgen, Oboe

Arbeitsphase

7. bis 19. April 2020, Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz

Konzerte

Freitag, 17. April 2020, 20.00 Uhr, Fruchthalle Kaiserslautern

Samstag, 18. April 2020, 19.00 Uhr, Pauluskirche Bad Kreuznach

  • Tickets ab 10 Euro gibt es demnächst bei Gesundheit und Tourismus, Kurhausstraße 22-24, Bad Kreuznach, unter 0671 – 83 60 050 oder 
    bad-kreuznach-tourist.de

Sonntag, 19. April 2020, 17.00 Uhr, Saalbau Neustadt an der Weinstraße

Bohuslav Martinůs Werk Památník Lidicím ist als Gedenkstück für die unschuldigen Opfer des kleinen Ortes Lidice in Tschechien komponiert. Im zweiten Weltkrieg machten die Nationalsozialisten den gesamten Ort dem Erdboden gleich. Dieser Akt war eine Vergeltung für die Ermordung eines SS-Generals durch tschechische Widerstandskämpfer, mit denen der Ort und seine Bewohner jedoch in keinerlei Verbindung standen.

Martinů schrieb Památník Lidicím gegen Ende des zweiten Weltkriegs im Jahre 1943, nur zwei Jahre bevor Richard Strauss sein Oboenkonzert in D-Dur komponierte und dennoch ist der Kontrast zwischen diesen beiden Stücken groß. Martinůs Werk ist melancholisch und voller Schmerz über den Verlust der unschuldigen Leben. Die Sinnlosigkeit der Tat ist in der Musik deutlich zu spüren. Strauss‘ Werk hingegen weckt mit lieblichen Oboen-Melodien Hoffnung, die sich gegen die Momente der Melancholie in der Musik durchsetzt. Als Solist hat das LJO einen Ehemaligen eingeladen, der heute große Karriere gemacht hat. Nach Soloposition in Ludwigshafen und Bamberg und Professuren in Saarbrücken und Düsseldorf ist Kai Frömbgen seit dem Wintersemester 2018/2019 Professor für Oboe an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

In der zweiten Hälfte präsentiert das LJO unter der Leitung von Uwe Sandner, Generalmusikdirektor des Pfalztheaters Kaiserslautern, die Symphonie Nr. 8 in G-Dur von Martinůs Landsmann Antonín Dvořák. Die auch in ihren getragenen Passagen niemals tragisch anmutende Komposition ist ganz vom Geist der Naturverbundenheit erfüllt. Das Werk ist eine der schönsten, interessantesten und faszinierendsten Schöpfungen Dvořáks überhaupt. Sie zeigt den Komponisten auf der Höhe seines Könnens und seines Einfallsreichtums, belegt seine künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit von klassischen Vorbildern oder zeitgenössischen Trends und markiert außerdem eine Wende in seinem symphonischem Œuvre. Dvořák selbst schrieb im Herbst 1889: »Es finden sich dort ganz individuelle, in neuer Weise ausgearbeitete Gedanken.«


#142 Sommer 2020

Programm

Pēteris Vasks Konzert Nr. 2 »Klātbūtne« (Präsenz) für Vlc. und Streichorch.
Dmitry Shostakovich Symphonie Nr. 7 op. 60 C-Dur »Leningrad«

Dirigent Johannes Klumpp
Solist Benedict Klockner, Violoncello

Arbeitsphase

3. – 16. August 2020, Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz

Konzerte

Freitag, 14. August 2020, Trifolion Echternach (LUX) (Mosel Musikfestival)

Samstag, 15. August 2020, Sayner Hütte Bendorf (Int. Musikfestival Koblenz)

Sonntag, 16. August 2020, 17.00 Uhr, Jugendstil-Festhalle Landau (in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Südliche Weinstraße)

Ein an Höhepunkten reiches Programm wird unter der feurigen Leitung des jungen Dirigenten Johannes Klumpp dargeboten, der bereits 2016 Mahlers 1. Sinfonie sehr erfolgreich mit dem LJO aufgeführt hat. Den Beginn macht Pēteris Vasks‘ zweites Cellokonzert, das 2012 als Auftragskomposition der Amsterdam Sinfonietta entstand und der international bekannten Cellistin Sol Gabetta gewidmet ist. Über den lettischen Titel „Klātbūtne“ („Präsenz“) sagt Vasks: „Ich meine damit, dass ich gegenwärtig bin. Ich bin nicht fern. Mit jedem Atemzug bin ich in dieser Welt verankert, mit all meinen Idealen und Träumen von einer besseren Welt“. Solist wird der junge Cellist Benedict Kloeckner sein, der zu den herausragenden Künstlern seiner Generation gehört und weltweit regelmäßig mit erstklassigen Orchestern konzertiert.

Der zweite Konzertteil widmet sich Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 7, die den Beinamen „Leningrader Sinfonie“ trägt, da sie im direkten Umfeld der Kampfhandlungen im Jahr 1941 in und um Leningrad entstand, als die Stadt während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen eingekreist und für zweieinhalb Jahre belagert wurde. „Bis heute“, so Schostakowitsch rückblickend, „weiß ich alle Daten: Den ersten Satz beendete ich am 3. September, den zweiten am 17. und den dritten am 29. Ich arbeitete Tag und Nacht. Manchmal fielen Bomben rundherum und die Flugabwehr trat in Aktion. Aber ich unterbrach meine Arbeit nicht für einen Augenblick.“ Wer zuhört, sieht möglicherweise einen Film: 1. Satz (Krieg), 2. Satz (Erinnerung), 3. Satz (Heimatliche Welten), 4. Satz (Sieg). Das Erzählen ist die Stärke von Schostakowitsch, doch letztlich schreibt er absolute Musik. Die ist widerständig und nachhaltig. Ihr Erfinder ist ein hochinspirierter Kopf und ein empfindsamer Zeitgenosse.


#143 Herbst 2020

Arbeitsphase

12. – 25. Oktober 2020, Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz

Weitere Informationen folgen