LandesJugendBlasOrchester

Programmheft zu den Konzerten der Herbstarbeitsphase 2016 (Klick auf Bild):

 

Das LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz erarbeitet vorwiegend zeitgenössische Originalliteratur der Bläsersinfonik, die für die Zeit repräsentativ oder stilbildend ist, um sie in Konzerten im In- und Ausland der Öffentlichkeit zu präsentieren. In Trägerschaft des Landesmusikrates fördert das Ensemble, auch als Anschlussmaßnahme des Wettbewerbs ‚Jugend musiziert‘, begabte Jugendliche aus Rheinland-Pfalz im Bereich der sinfonischen Blasmusik.

Zu zwei Arbeitsphasen jährlich sowie kleineren Projekten treffen sich ca. 65 Musizierende aus allen Teilen des Bundeslandes. Unter Anleitung von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten wird das aktuelle Konzertprogramm in Satzproben konzipiert, bei denen sich das Orchester zunächst in sieben Gruppen aufteilt. Bei den anschließenden Registerproben tiefes Blech und Schlagzeug, Holz und hohes Blech und schließlich den Gesamtproben mit dem Chefdirigenten Stefan Grefig erhält das Programm den musikalischen Feinschliff und wird bis zur Konzertreife weiterentwickelt. Dabei sammeln die Musikerinnen und Musiker wertvolle Erfahrungen im Orchesterspiel und im kammermusikalischen Bereich, die gerade für diejenigen, die ansonsten in kleineren Orchestern spielen, entscheidende Impulse zu ihrer musikalischen Weiterentwicklung darstellen dürften. 

Mit den talentiertesten Nachwuchsmusizierenden in Rheinland-Pfalz bildet das Orchester einen hervorragenden Klangkörper, der Konzerte auf hohem Niveau bietet. Talentsichtungen in den Musikvereinen und Musikschulen und ein Auswahlverfahren mit Probespiel in der Hochschule für Musik, Mainz, garantiert dauerhaft die Qualität. Ehemalige Mitglieder des LandesJugendBlasOrchesters sind in den Reihen großer Berufsorchester sowie in Deutschlands Musikhochschulen zu finden. 

Das Orchester hat eine Multiplikatorenfunktion in Sachen sinfonischer Blasmusik in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus. Es ist stets bemüht, den musikalischen Vereinigungen im Lande mit gutem Beispiel voranzugehen. Exzellente musikalische Voraussetzungen, verbunden mit jugendlichem Enthusiasmus und einem professionell arbeitenden organisatorischen Umfeld ermöglichen ein lebendiges Klangbild der aktuellen Bläsersinfonik.

 

 "Das Entstehen neuer Kompositionen im Schmelztiegel zeitgenössischer Strömungen führt zu immer wieder neuen interpretatorischen Ansätzen und Herausforderungen: Der ständige Verjüngungsprozess speiste auch dieses Galakonzert, bei dem das Orchester seine enormen technischen Ressourcen und gestalterischen Fähigkeiten offenbarte. Es erwies sich als ein homogener, an allen Pulten qualitativ und quantitativ bestens besetzter Klangkörper, bei dem der Dirigent auf Grund der erweiterten Besetzung - etwas Kontrabass, Baritonsaxophon und Fagott, aus dem Vollen schöpfen konnte…

So erzeugte das Orchester in blendender Spiellaune eine euphorische Aufbruchsstimmung."

Die Rheinpfalz, 11.9.2014

 "Die talentiertesten Nachwuchsmusiker aus Rheinland-Pfalz haben dem Publikum in der Bitburger Stadthalle ihr außergewöhnliches Können präsentiert. Beim Osterkonzert spielten sie zeitgenössische Bläsersinfonik auf höchstem Niveau. Die Solisten Carolin Löffler, Mezzosopran und Steffen Schmid, Tuba, begeisterten die Zuhörer mit Werken von Johan de Meij und Rolf Wilhelm. „Da es 2013 einen Dirigentenwechsel gab, wollte ich schauen, was aus dem Orchester geworden ist“ sagte Florian Brech aus Trier. „Es war wirklich ein sehr gutes Konzert“, lobte der Flötist, der selbst 13 Jahre Mitglied des Orchesters war."

Trierischer Volksfreund, 07.04.2015

 " Mit Beifallsstürmen wurde das Landesjugendblasorchester Rheinland-Pfalz nach einem fulminanten Osterkonzert in der Festhalle Landau verabschiedet. Unter der kompetenten Leitung von Stefan Grefig musizierte es mit der Mezzosopranistin Carolin Löffler und den Südpfalzlerchen die vierte Sinfonie von Johan de Meij und setzte damit sogleich einen Glanzpunkt innerhalb des äußerst anspruchsvollen Konzerts.

Das sinfonische Jugendblasorchester zeigte die Bandbreite seines Schaffens in einer festlichen Ouvertüre von Thomas Doss…, bereits nach wenigen Takten eroberten das Orchester mit opulentem Klang, präzisem Zusammenspiel und dynamischer Ausgewogenheit die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer…

Dass Stefan Grefig bisweilen den Taktstock in einen Zauberstab verwandelt, zeigte sich auch bei Hindemiths brillant gesetztem Marsch. Kaum vorstellbar, dass die jungen Musiker in einer einwöchigen Probenphase mit Dirigent und Dozenten die komplexen Partituren erarbeiteten und verinnerlichten. Respekt vor solch grandioser Leistung."

Die Rheinpfalz, 08.04.2015

"Traurig wurde es mit dem dritten Satz aus der dritten Sinfonie von James Barnes, die der Komponist selbst als „Die Tragische“ bezeichnet hat. Zu Kompositionsbeginn dieses Auftragswerks für die US Air Force Band starb seine Tochter Natalie, was Barnes dazu veranlasste, sich in einer „Fantasie“ mit ihrer imaginären Zukunft zu beschäftigen: So begann das Stück märchenhaft mit verzauberten Akkorden, die einen an all das denken ließen, was kleine Mädchen gern haben, bis sich die Melodien ins Unermessliche steigerten und zu Tränen rührten. Daraufhin folgte jedoch bald die Ernüchterung; es war doch nur ein Traum und das verlorene Kind kommt nicht zurück, weswegen die Musiker mit einem sehr leisen, depressiven Moll-Akkord endeten und intensiv die Stille danach nutzten. Das Publikum klatschte tosenden Beifall. Titelgebend für das Konzert war Martin Ellerbys „Dona Nobis Pacem“ (Gib uns den Frieden), das der Komponist 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges geschrieben hatte. Das angesichts weltweiter bewaffneter Konflikte höchst aktuelle Werk begann mit einem Donnerschlag, der die Zuhörer gehörig überraschte; bombastischen Akkordfolgen berichteten von den Schrecken des Krieges. Der Wunsch nach Frieden drückte sich in bezaubernden Melodien zum Schluss aus. "

Die Wormser Zeitung (Rheinzeitung), 03.11.2015

 " Absolute Präzision war auch bei Philip Sparkes technisch extrem anspruchsvollem ‚The Year oft he Dragon‘ gefordert. Das Orchester gestaltete mit feiner Transparenz bis zum fulminanten Ende absolut wirkungsvoll und lies die Zuhörer mit klingenden Ohren und großen Augen zurück. Das Ende des Programms rundete Gastdirigent Bernd Gaudera mit dem lyrischen ‚Irish Tune from Coutry Derry‘ als Zugabe ab. Der Beifall im ausverkauften Saalbau war riesig."

Die Rheinpfalz, 26.3.2016

Unter Grefig spielten die Musiker transparent, mit einem vollen und satten Klang. Spannungen bauten sich langsam auf, welche sich in amplitudenartigen Ausbrüchen entluden. Eine Besonderheit gab es hier: Flaschen kamen als Blasinstrumente zum Einsatz. Einem Zitat aus Igor Stravinskys ‚Le sacre du printemps‘ folgte diese Einlage, dann setzte ein Marimbaphonsolo ein. Wahrlich ungewöhnliche Klangfarben entstanden, ein schöner Moment.

Für die zweite Hälfte waren Werke bekannter Komponisten vorgesehen. Zunächst gab es Leonard Bernsteins ‚Candide Ouvertüre‘, ein Welthit. Mit Präzision leitete Stefan Grefig das Orchester.

Für Gershwins ‚Rhapsody in Blue‘ hatte man den 18 Jahre alten Pianisten und Komponisten Franz Rieks gewinnen können. Rieks‘ Deutung von Gershwins Musik war in vielerlei Hinsicht spektakulär: Ausgefeilt ist seine Technik, diese stellt er aber gar nicht in den Vordergrund. Er vermochte Exaktheit und Verspieltheit zu vereinen – nicht nur Assoziationen an Häuserschluchten, wie bei der Rhapsody üblich, sondern auch filigrane Eindrücke rief er hervor. Mit Leichtigkeit vermittelte er die Struktur des Klavierparts – so elegant und aufregend hört man dieses Stück nicht oft.

Mexikanisch ging der Abend zu Ende: Danzon No.: 2 von Arturo Marquez atmete den Geist der Karibik. Standing Ovations im ausverkauften großen Haus des Mainzer Staatstheaters.

Allgemeine Zeitung Mainz, 26.10.2016